19.01.03 - 13. Teninger Allmendlauf

Laufen wie im Bilderbuch

"Regio-Spitze testet die Form" titelte im Voraus die Badische Zeitung, aber mal ehrlich: nur die Spitze? Nach den etwas ruhigeren Monaten November und Dezember werden neue Ziele anvisiert, auch bei den Hobbyläufern mit mehr oder weniger Ambitionen. Was könnte geeigneter sein für eine Standortbestimmung als die 10 km Distanz? Am besten flach und windgeschützt bei guten Boden- und Wetterverhältnissen.

Das Ziel vor Augen Gabi Hengst

All das bot der Lauf durch die Teninger Allmend und fast 500 LäuferInnen nahmen die Gelegenheit wahr. Dabei konnte manchem ob des Wetters vorher Zweifel kommen. Dicker, gefrierender Nebel südlich von Freiburg sorgte für teils spiegelglatte Straßen, so dass ich zu Hause für einen kurzen Moment überlegte, ob der Wettkampf das Risiko wert ist.

Aber es war dann doch harmloser als befürchtet, und Teningen verzauberte durch einen schönen Wintertag mit blauem Himmel, Sonne und mit Rauhreif überzogenen Wiesen. Schon das Einlaufen war es wert, an diesem Morgen die Laufschuhe zu schnüren.

Der leicht verspätete Start verleitete den einen oder anderen zu kleinen Witzchen, man möchte bei den herrschenden Temperaturen ja nicht auskühlen oder galt es nur die Startnervosität zu besiegen? Nach dem Startschuß am Sportzentrum erübrigte sich diese Frage, gute 500 m waren am Ortsrand auf breiter Straße zurückzulegen, das Feld mußte sich sortieren, denn dann ging es auf einem schmaleren, aber noch asphaltierten Weg am Waldrand entlang. Nochmal zwei Kilometer weiter tauchten wir endgültig ein in die Teninger Allmend. Wem die alemannische Sprache nicht so geläufig ist: die Allmend ist eine Weide-, Ödland- oder (wie in Teningen) Waldfläche, die von mehreren Dörfern oder Weilern kollektiv genutzt wurde.

Endspurt - Thomas Kübler Günter Müller M65 Christine Dierolf W55
Franz Cetnarski M75
Ursula Schneider

Auch das Läufervolk macht kollektiven Gebrauch von der abwechslungsreichen Strecke. Die wenigen glatten Stellen waren mit Sägemehl entschärft und der nur gelegentlich aufgeweichte Boden stellte kein ernsthaftes Problem dar, wie durch die gelaufenen Zeiten eindrucksvoll belegt wurde. Markus Jenne mußte auf den Start verzichten, und so machten die beiden anderen Topfavoriten die Sache unter sich aus. Hartwig Potthin von der LG Hohenfels siegte in 31:40 vor Max Frei (USC Freiburg, 32:17). Sechs Sekunden später lief Andy Grohe als Drittplatzierter ein. Gilt ein vierter Platz oft nicht mal erwähnenswert, so sollte sich Simon Schöchlin vom veranstaltenden TuS Teningen trotzdem nicht ärgern, gerade eine Sekunde fehlten dem 18-jährigen zu einem Platz unter den ersten Dreien und mit der starken Zeit von 32:24 wird man sicher noch viel von ihm hören.

Annette Hunn, Brigitte Nittel Günter Birnbaum M60, Marathonsammler Hubertus Reh M65 Kalte Hände? Reinhard Kern, Ines Koch

Auch bei den Frauen war die Jugend eine Klasse für sich. Katharina Willa vom TV Herbolzheim war einzige Starterin in der Jugend A, also lief sie kurzerhand gegen alle und holte sich den Sieg in 37:47. Die weiteren Plätze auf dem Treppchen belegten Birgit Bartels (SV Kirchzarten) und Constance Posanski (PTSV-Jahn Freiburg).

Aber nicht nur ganz vorne wurde hervorragender Sport geboten, einen Blick auf die Altersklassen 65, 70 und 75 wird manch Jüngerer nur mit Ehrfurcht wagen, stellvertretend sei Hans Klee genannt der mit 39:49 die Klasse M65 gewann. Gefeiert wurden aber von den Zuschauern alle, die am heutigen Tag die 10 km unter ihre Füße nahmen.

Siegerinnen v.rechts: 1. Katharina Willa,
2. Birgit Bartels, 3. Constance Posanski