04.05.03 - 19. Schluchseelauf

Rekordfestival

Max Frei (1:03:37) und Manuela Zipse (1:10:10) siegen auf verlängerter Strecke.


Die zwei neuen Streckenrekorde waren natürlich vorprogrammiert, denn die ursprünglichen 18 Kilometer wurden um rund 400 Meter verlängert. Was nicht die einzige Maßnahme war, um den Jahr für Jahr steigenden Teilnehmerzahlen gerecht zu werden. Durch die neue Streckenführung wurde ein Engpass nach dem Start beseitigt. Womit wir beim nächsten Rekord sind: Über 3000 Meldungen lagen dem Veranstalter LG Hohenfels vor, zusammen mit dem Junior-Cup nahmen fast 2850 Aktive am Schluchseelauf teil.
Start der Männer bis M40 Start und Ziel an der Schluchseehalle

Worin liegen die Gründe für diesen Boom? Erstmals haben die Organisatoren das Programm auf zwei Tage ausgedehnt, Vorträge - u.a. vom renommierten Freiburger Sportmediziner Heinz Birnesser - und die wohl unvermeidliche Pasta-Party sollten schon am Samstag die Sportler nach Schluchsee locken. Neu fanden ein Junior-Cup (2,4 km) sowie ein College-Cup für Schulmannschaften statt. Doch die Abstimmung nach Füßen gewinnt einfach die Strecke. Gegen diese Seerunde von 18,4 km, die abgesehen von einem wesentlichen Anstieg von gut 80 Höhenmetern praktisch flach ist, gelegen in einer Ferienregion par Excellence, da hat es die Konkurrenz wahrlich schwer. Diese optisch ungemein reizvolle Strecke wird, wenn das Wetter mitspielt, zu einem Fest der Sinne, und das war an diesem Wochenende zweifellos der Fall. Ein wolkenloser, makellos blauer Himmel machte die Traumlandschaft perfekt. Allerdings hatte das zur Folge, dass auch auf rund 1000 Meter über Meereshöhe das Quecksilber deutlich über 20°C stieg. Damit hatten alle Aktiven doch zu kämpfen und auch die Sanitäter waren in ihrem Können gefordert.

2. Junior Cup Natascha Schäuble Hallo 1. Junior Cup Johannes Halter Schattenlauf

Um die Läufermassen zu bewältigen, erfolgte der Start erstmals in drei Gruppen. Männer bis einschließlich M40, dann in der zweiten Gruppe die Männer ab M45, männl. Jugend und College-Cup und last but not least die Frauen wurden im rund 30-minütigen Abstand auf die Strecke geschickt. Der ursprüngliche Zeitplan konnte nicht ganz eingehalten werden, da für den Start der Verkehr auf der Bundesstraße kurzfristig angehalten werden muss, was offensichtlich zu kleinen Unwägbarkeiten führte. Der erste Kilometer führt leicht ansteigend durch den Wald, dann hinab zur besagten B500, vorbei an zwangsstillgelegten Karossen, die Autofahrer nahmen es mit Gleichmut, einige nutzten die Zeit zum Aussteigen und applaudierten herzlich.

über die Brücke Jürgen Vietense Schluchsee-Idylle

Bei Seebrugg überquert man die Staumauer und nach rund 4km gilt es die einzige ernstzunehmende Steigung des Tages zu erklimmen, zum Glück im Schatten spendenden Wald. Dahinter geht es flott wieder bergab nach Unterkrummen. Die vielen Besucher am beliebten Ausflugslokal ließen sich das Spektakel nicht entgehen, gute Zuschauerresonanz also an diesem Punkt. Wunderbar ist hier, der Blick über den See und die Hälfte der Distanz ist auch bewältigt. Für die Schnelleren unter der zweiten Startgruppe und unter den Frauen bedeutete dies, dass sie sich nun mit Überholmanövern abfinden mussten. Bis zum Bootshafen Aha klappte das noch ganz gut, wurde aber auf den doch teils sehr schmalen Wegen auf den letzen Kilometern manchmal zum unfreiwilligen Boxkampf. Insbesondere den Spitzenläuferinnen kostete dies extra Kraft und Nerven. Kein Wunder daher, dass die Frauenelite lieber im ersten Männerfeld mitlaufen würde. Etwas weniger Gedankenlosigkeit im hinteren Feld würde man sich da schon wünschen. Auf Wegen, wo nur zwei Läufer nebeneinander Platz finden, sollte man hintereinander laufen und für Überholer Platz lassen. Dass es sich auch noch Ausflügler nicht nehmen lassen, während dieser Sportveranstaltung dort lustwandelnderweise die Lage zu verschärfen, kann wohl kaum verhindert werden. Originalton einer betagten Dame: "Der Weg ist ja wohl auch noch für uns da."

Ueli Buck (CH) College-Cup: Jessica Hermann und Corinna Allgeier Ursula Hermann

Auf der ansteigenden Rampe zum Ziel gab jeder nochmal alles. Am meisten hatte an diesem Tage Max Frei (USC Freiburg) zu geben, er siegte an seinem Geburtstag unangefochten. Zweiter wurde die lebende Lauflegende "Mister Schluchsee" (8 Siege!) Charly Doll, mehrfacher Deutscher Berglaufmeister, Comrades und Swiss Alpine K78-Sieger, in 1:04:18, der mit seinen 49 Jahren immer noch in der Lage ist, den Jüngeren Paroli zu bieten. Er verwies Dominik Ulrich (SC St. Peter, 1:04:21) auf den dritten Rang.

Endspurt Abgekämpft Flüssiges war Trumpf

Manuela Zipse (LC Rothaus Breisgau) beherrschte die Frauenkonkurrenz in 1:10:10. Die Deutsche Marathonmeisterin von 1992 und Gewinnerin des Hamburg Marathons 2000 möchte nach ihrer Babypause im Herbst auch im Marathon wieder Akzente setzen. Der zweite Platz ging wie im Vorjahr an die mehrfache und amtierende Deutsche Meisterin im Berglauf, Gudrun de Pay (TSV Trochtelfingen) in 1:12:23 vor Birgit Bartels (SV Kirchzarten) in 1:12:39.

Altersklassensieger Max Frei und Manuela Zipse

Erwähnt sei auch Altersklassen-Star Peter Lessing (SC Önsbach), er gewann in 1:10:28 überlegen die M60, und ließ dabei auch den Sieger der M55 und der M50 hinter sich!