31.12.04 - 20. Britzinger Silvesterlauf

Über 1000 Meldungen sorgen für neuen Rekord

„Schon jetzt scheint absehbar, dass beim Jubiläum, der 20. Auflage, die magische 1000er Grenze überschritten werden wird,“ so unkte LAUFREPORT im vergangenen Jahr und alles andere wäre eine Überraschung gewesen. Noch vor fünf Jahren verzeichnete man immerhin etwas weniger als 500 Finisher, dieses Jahr jedoch musste erstmals in der 20-jährigen Erfolgsgeschichte ein Meldestopp verhängt werden. 1060 Laufwillige waren gemeldet, so war eine rechtzeitige Anreise Trumpf, um in der beschaulichen Winzergemeinde im Markgräfler Land einen Parkplatz zu ergattern und rechtzeitig seine Startnummer abzuholen. Schlussendlich wurden im Hauptlauf über 10 hügelige Kilometer über 900 Zieleinläufe verzeichnet.

Streckenverlauf durch Britzingen

Um diesen Ansturm bewältigen zu können, musste die Startgebühr im Voraus entrichtet werden und Nachmeldungen waren erst gar nicht möglich. Auch so herrschte in der Neuenfelshalle vor und nach dem Lauf drangvolle Enge. Das Organisationsteam um Herbert Hebek und Armin Imgraben tut also gut daran, auch in Zukunft die selbst auferlegte Grenze nicht zu überschreiten. Diese Läuferschar ist von den Helfern kräftemässig gerade noch zu bewältigen, die Infrastruktur und auch die teilweise schmalen Wege lassen einfach nicht mehr Teilnehmer zu. Letztendlich lassen sich nur so der Charakter und die Qualität der Veranstaltung erhalten.

Streckenverlauf durch die Markgräfler Rebberge

Bereits vor dem Lauf durften sich alle Teilnehmer ein Jubiläumspräsent abholen, neben einer Flasche Spätburgunder Rotwein der örtlichen Winzergenossenschaft gab es ergänzend eine Flasche Wasser des Sponsors des Markgräfler Badquelle-Cups. Der Britzinger Silvesterlauf ist der sechste und letzte Wettbewerb in dieser attraktiven Laufserie in Südbaden. Die Cup-Siegerehrung wird am 19. März erfolgen, wenn in Sulzburg mit dem Frühlingslauf die neue Serie beginnt.

Aufgrund des großen Startfeldes gab es eine weitere Neuerung, der Start wurde um rund 30 Meter auf der Ortsstraße zurückverlegt. Was eigentlich gut gedacht war, denn so gab es genügend Platz für einen geordneten Start, erwies sich aber als durchaus schwieriges Unterfangen. Denn wer erst mal unter dem Starttransparent durchgegangen war, blieb einfach dort stehen und so war es den Organisatoren nicht mehr möglich, die Masse an Läufern hinter die Startlinie zu bewegen.

Streckenverlauf über 10 hügelige Kilometer

So kam es für viele zum überraschenden Start und wer sich korrekterweise hinter die Startlinie begeben hatte, war nun der Mops, denn die ersten zwei Kilometer hinab und durch Güttigheim gehören zur schmalsten Streckenführung, dort war ein Überholen absolut ausgeschlossen. Auf diese Weise wurde einigen eine ganz neuartige Silvesterlauftaktik auferlegt, langsames Slalomeinlaufen gefolgt von Tempowechsellauf und schließlich hemmungsloses Verprassen der gesparten Kräfte im langgezogenen Endspurt. Die Betroffenen nahmen es gelassen hin. Da der Veranstalter für nächstes Jahr eine Modifikation der Strecke im Sinn hat, dürfte es ein einmaliger Schönheitsfehler bleiben.

Die Entscheidung an der Spitze war jedenfalls dadurch nicht betroffen. Bei eher milden Temperaturen, aber teilweise unangenehmen Gegenwind auf den freien Streckenteilen, war der Streckenrekord nie in Gefahr. Den zahlreichen Zuschauern in Britzingen wurde ein dramatisches Finish geboten, denkbar knapp siegte Sebastian Hock (LC Rothaus Breisgau) in 32:10,1 vor Markus Jenne (USC Freiburg) 32:10,6. Keine zwei Sekunden danach lief Hocks Vereinskamerad Andreas Klöble ein und belegte so den dritten Rang in 32:12,2.

Neujahrsbrezeln - wie warme Semmeln

Siegerehrung v.l.: 2. Barbara Imgraben,
1. Christiane Schmidt, 3. Manuela Molz

Siegerehrung v.l.: 2. Markus Jenne, 1. Sebastian Hock, 3. Andreas Klöblen

Bei den Frauen war die Entscheidung weniger dramatisch, Christiane Schmidt vom TV Gundelfingen gewann sicher in 39:36 vor Lokalmatadorin Barbara Imgraben vom gastgebenden TV Britzingen, die 39:56 benötigte. Dritte wurde die erst 18-jährige Manuela Molz (Rothaus Breisgau) in 40:27.

Im Ziel nahmen alle Läufer ihre wohlverdiente Neujahrsbrezel in Empfang und feierten ausgiebig die Sieger, die eigene Leistung oder einfach schon mal Silvester. Wer nächstes Jahr dabei sein will, wird zeitig melden müssen.

Bericht und Fotos Michael Krüger

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